3. Außenwirtschaftsrechtstag der JKU und des BFG in Linz

Unter dem Thema „Der Wert bei Drittstaatslieferungen“ fand am 12. und 13. Oktober 2017 der bereits 3. Außenwirtschaftsrechtstag an der JKU Linz statt.

Mag. Wolfram Senger-Weiss, MBA, Dr. Walter Summersberger und Mag. Oliver Wagner (v.l.n.r.) Bild vergrößern

Unter der wissenschaftlichen Leitung von Univ.-Prof. Dr. Walter Summersberger vom Institut für Finanzrecht, Steuerrecht und Steuerpolitik der JKU Linz, Kammervorsitzender am BFG, nahmen an dieser Tagung mehr als 120 Zoll- und Außenhandelsexperten, Vertreter von Speditionen, von Unternehmen, von Anwalts- und Steuerkanzleien, der Wissenschaft, der Gerichtsbarkeit und der Beamtenschaft teil. Nach den Grußworten der Präsidentin des BFG, Dr. Daniela Moser, die den Wert von Kooperationsveranstaltungen und den fachlichen Austausch mit Expertinnen und Experten der JKU betonte, strich auch der Präsident des Zentralverbandes Spedition & Logistik, Mag. Wolfram Senger-Weiss, MBA, den Nutzen dieser Veranstaltung für den Diskurs und den logistischen Wirtschaftsstandort Österreich heraus.

Einleitend skizzierte Univ.-Prof. Dr. Walter Summersberger die Themenstellungen, die von der Steuerehrlichkeit über den Zollwert im Völker- und Unionsrecht bis hin zu abgabenrechtlichen Detailfragen der Zollwertermittlung reichten. Eine interdisziplinäre Bereicherung waren die Ausführungen von Univ.-Prof. Erich Kirchler von der Universität Wien. Dieser legte die Problematik der Steuerehrlichkeit von einem psychologischen Blickwinkel dar.  

Es folgten Beiträge von Prof. Dr. Hans-Michael Wolffgang, Universität Münster, und Diplom-Finanzwirt Stefan Vonderbank von der Bundestelle für Zollwert am Hauptzollamt Köln zum Themenkomplex Zollwertrecht im Völker- und Unionsrecht.

Die Nachmittagsvorträge widmeten sich der Schätzung von Transaktionswerten und Zollwertermittlung. Vortragende waren ua. MR Ewald Komarek vom BMF, der Vorsitzende Richter Klaus Deimel vom FG Düsseldorf, sowie die Richter des BFG, Mag. Johann Kraler und Herbert Schober, BA.

Zu Beginn des zweiten Kongresstages betonte Mag. Dr. Michael Strugl MBA, Landeshauptmann-Stellvertreter, in seinen Begrüßungsworten die Wichtigkeit des Außenwirtschaftsrechts für den vom Export geprägten Wirtschaftsstandort Oberösterreich.

Im Zentrum der Vorträge und Diskussionen dieses Tages standen zum einen die zahlreichen Facetten des Zollwerts im Abgabenverfahren, aber auch die finanzstrafrechtlichen Folgen von Unter- und Überfakturierung auch unter Beteiligung des ehem. Referatsleiters bei der Europäischen Kommission, Michael Lux.   

Dr. Michael Tumpel Bild vergrößern

"Mit diesem ganz besonderen Veranstaltungssetting, einer einmaligen Mischung aus Theorie und Praxis, setzt die Johannes Kepler Universität gemeinsam mit dem Zentralverband Spedition & Logistik neue Maßstäbe. Für den stark vom Export geprägten Wirtschaftsstandort Österreich ist diese Auseinandersetzung besonders wichtig. Wir sehen uns hier als Impulsgeber und Mediator. Ziel ist es eine Plattform für den Austausch von Wissenschaft und Wirtschaft zu schaffen", so Univ.-Prof. Dr. Michael Tumpel, Institutsvorstand für betriebswirtschaftliche Steuerlehre der JKU.

Der gesellschaftliche Höhepunkt war ein Abendempfang auf Einladung des Bürgermeisters von Linz, Mag. Klaus Luger.

Der 3. Außenwirtschaftsrechtstag fand unter der Schirmherrschaft der Europäischen Kommission in Zusammenarbeit dem Zentralverband sowie in Kooperation mit dem BMF, dem BFG, der WKOÖ, WKO, dem Land , der Stadt Linz und der Außenwirtschafts-Akademie (AWA) statt. Die nächste Konferenz wird 2019 wieder in Linz stattfinden.


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